Rennwagen im Check: BMW M4 GT3 EVO (2025)

Von Sönke Brederlow

Seit 2010 engagiert sich BMW in der GT3-Klasse des Motorsports. Auf den BMW Z4 GT3 folgte ab 2016 der BMW M6 GT3, der zur Saison 2022 wiederum durch den BMW M4 GT3 abgelöst wurde. Das dritte GT3-Modell der Münchener erzielte auf Anhieb große Erfolge – und doch entwickelte BMW den Sportwagen weiter und verpasst ihm zur Saison 2025 ein Update. MotorsportMarkt.de verrät alles zur Geschichte, den Erfolgen und der Technik des BMW M4 GT3.

Inhaltsverzeichnis

  1. Die Geschichte des BMW M4 GT3

  2. Die größten Erfolge des BMW M4 GT3

  3. Die Technik des BMW M4 GT3

  4. Die Veränderungen am BMW M4 GT3 EVO (2025)

Die Geschichte des BMW M4 GT3.

Der BMW M4 GT3 wurde als Nachfolger des BMW M6 GT3 entwickelt. Im Vergleich zu seinem Vorgänger sollte das neue GT3-Modell durch eine Verlängerung der Wartungsintervalle für Motor und Getriebe eine signifikante Reduzierung der Laufzeitkosten und des Wartungsaufwandes vorweisen. Das Ziel war es außerdem, das Fahrverhalten für Amateure zu verbessern, insbesondere durch einen geringeren Reifenverschleiß und daraus resultierende Konstanz, sowie eine einfache Handhabung bzgl. der Grundeinstellungen, die beim BMW M4 GT3 direkt über das Lenkrad (statt wie bisher mit einem Laptop) vorzunehmen sein sollten.

Schon zu Beginn des Jahres 2019 begann mit den CFD-Simulationen am Computer deshalb die Entwicklungsarbeit. Nachdem im Mai 2020 im BMW-Werk Regensburg die erste Karosse des BMW M4 GT3 gefertigt und innerhalb von rund sechs Wochen in der Werkstatt von BMW Motorsport zum Testfahrzeug aufgebaut wurde, fand am 18. Juli 2020 um 9:40 Uhr schließlich das erste Rollout des neuen GT3-Boliden statt.

Im Laufe des Jahres 2020 und zu Beginn der Saison 2021 folgten zahlreiche Testläufe, bei denen das neue GT3-Modell zur Rennreife, insbesondere in Hinblick auf Fahrbarkeit und Zuverlässigkeit, optimiert wurde. Nach insgesamt 14.000 Testkilometern, was mehr als 70 Stunden auf der Rennstrecke entspricht, folgte am 26. Juni 2021, beim vierten Saisonlauf der Nürburgring Langstrecken-Serie (NLS), schließlich die Rennpremiere.

Ende 2021 wurden die ersten Rennwagen an die Kundenteams ausgeliefert. Der Kaufpreis des BMW M4 GT3 lag zur Premiere bei 415.000 Euro netto und damit rund 4.000 Euro unter dem Preis des Vorgängers BMW M6 GT3. Trotz seiner Erfolge, die der BMW M4 GT3 schon in seiner Premierensaison 2022 erzielte, wurde das Modell in Zusammenarbeit mit den Teams und Fahrern weiterentwickelt.

Der Fokus beim BMW M4 GT3 EVO lag allerdings nicht auf reiner Performance, sondern vor allem auf den Bereichen Fahrbarkeit, Effizienz und Zuverlässigkeit. Im Rahmen des 24h-Rennens auf dem Nürburgring 2024 wurde schließlich die neueste Evolutionsstufe des GT-Rennwagens von BMW vorgestellt, die ab 2025 zum Einsatz kommt. Der Preis des BMW M4 GT3 EVO beträgt 578.000 Euro netto – und damit deutlich mehr als zur Premiere des Rennwagens im Jahr 2021.

Die größten Erfolge des BMW M4 GT3

Seit seinem Debüt hat der BMW M4 GT3 sein Potenzial unter Beweis gestellt und eine beeindruckende Erfolgsgeschichte geschrieben. Der GT3-Rennwagen konnte sich in internationalen Rennserien behaupten und zahlreiche Rennen sowie Meisterschaften gewinnen.

Schon nach den ersten beiden Jahren standen mehr als 70 Siege, unzählige Podiumsplatzierungen und große Erfolge bei Sprint- und Langstreckenrennen zu Buche. In der Premierensaison 2022 feierten Werksfahrer Sheldon van der Linde und das BMW Team Schubert mit dem BMW M4 GT3 sowohl den Fahrer- als auch den Teamtitel in der DTM.

Nur ein Jahr später, in der Saison 2023, folgten weitere Erfolge, allen voran die Gesamtsiege bei den 24-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps und in Dubai, der GTD-Titelgewinn in der amerikanischen IMSA-Serie sowie Triumphe bei den 8 Stunden von Indianapolis und den 9 Stunden von Kyalami. Hinzu kommen Fahrertitel in der britischen GT-Meisterschaft und dem italienischen GT-Sprint-Cup.


Die Technik des BMW M4 GT3

BMW M4 GT3
Baujahr:2025
Motor
Motor:3,0l Reihensechszylinder M TwinPower Turbo
Leistung:bis zu 590 PS
Hubraum:2.993 cm3
Getriebe:X-Trac 6-Gang-Getriebe
Bremsen:

390mm-Bremsscheibe & 6-Kolben-Bremssättel vorne
380mm Bremsscheibe & 4-Kolben-Bremssättel hinten

Kupplung:elektro-hydraulisch
Karosserie
Breite:2.040 mm
Höhe:1.310 mm (variabel)
Radstand:2.917 mm
Radgröße:12,5 x 18 Zoll vorne; 13 x 18 Zoll hinten

Der BMW M4 GT3 wird von einem 3,0-Liter-Reihensechszylinder mit M TwinPower Turbo angetrieben. Dieser Motor leistet je nach Einstufung (Balance of Performance) bis zu 590 PS und ein maximales Drehmoment von 700 Nm. Im Vergleich zum serienmäßigen S58-Motor des BMW M4 Competition wurden einige Veränderungen vorgenommen, unter anderem im Bereich der Trockensumpfölwanne, der Ansaugung und der Motorträger.

Der Reihensechszylinder des BMW M4 GT3 ist rund 40 Kilogramm leichter als der V8-Motor des Vorgängers, was eine bessere Gewichtsverteilung ermöglicht. Für die Kraftübertragung ist ein sequenzielles, geradverzahntes 6-Gang-Getriebe (Xtrac) in Trans-Axle-Bauweise verantwortlich. Im BMW M4 GT3 arbeitet eine elektro-hydraulische Kupplung, die deutlich verschleißärmer ist als eine klassische Kupplung und sich über die Lenkradwippe betätigen lässt. Dadurch fällt das Kupplungspedal weg, was ein teilautomatisiertes Anfahren (Abwürgeschutz) ermöglicht.

Eine Besonderheit ist das Lenkrad des BMW M4 GT3, das gemeinsam mit dem Sim-Hardware-Anbieter Fanatec entwickelt wurde und deshalb sowohl im Rennwagen als auch im Simulator funktioniert. Das Lenkrad besteht aus Karbon, mit beleuchteten Knöpfen und magnetischen Dual-Action-Schaltwippen.

Die optimale Verzögerung garantiert eine 6-Kolben-Bremsanlage mit 390mm-Scheiben an der Vorderachse sowie 4-Kolben-Bremssättel an der Hinterachse. Das Fahrwerk stammt bei Serienauslieferung von KW. Beim Design hat sich BMW eng an der Serienbasis, dem BMW M4 Competition, orientiert. Im Heckbereich ist das Rennfahrzeug an jeder Seite 75 Millimeter breiter, allerdings wurden die Rücklichter übernommen und die Form der Heckklappe ist identisch. Das Dach inklusive zwei längs verlaufender Finnen und die flache Heckscheibe sind beim identisch geformt, was beim Rennfahrzeug eine perfekte Anströmung des Heckflügels ermöglicht.

Die Veränderungen am BMW M4 GT3 EVO (2025)

Der BMW M4 GT3 EVO (2025) hat sich vor allem in Hinblick auf die Optik verändert, um den Luftwiderstand zu reduzieren und gleichzeitig den Abtrieb zu erhöhen. Die kleineren Aero-Außenspiegel sowie größere Luftauslässe an den vorderen Radkästen und ein veränderter Verstellbereich des Heckflügels versprechen mehr aerodynamische Effizienz. Scheinwerfer und Rückleuchten wurden an das aktuelle BMW-Modelldesign angepasst.

Zudem wurden neue Stabilisatoren an beiden Achsen verbaut, die in Zusammenspiel mit einer veränderten Kinematik der Vorderachse, größeren Bremsscheiben hinten und einem deutlich feiner und einfacher einstellbaren Differenzial den Reifen- und Bremsverschleiß reduzieren soll. Insgesamt wird dadurch auch eine bessere und konstantere Fahrbarkeit erzielt.


Bilder: BMW M Motorsport News

Zurück zum Magazin
Datenschutzerklärung